Fort- und Weiterbildungen

Sommerakademie 2020


Fortbildung für pädagogische Fachkräfte zum Thema: "Systemsprenger" – unterwegs zur Stabilität für hochbelastete Kinder und Jugendliche und päd. Fachkräfte

Was ist die Sommerakademie?

Für ehemalige Absolvent*innen des Seminars und pädagogische Fachkräfte bieten wir eine Fortbildung in Form einer Sommerakademie an. Ziel der Akademie ist es, im gemeinsamen Austausch auf den Ebenen von inhaltlicher und künstlerischer Auseinandersetzung ein Fachthema selbsterfahrungsorientiert zu vertiefen.

Neben dem gemeinsamen erlebensorientierten Lernen geht es auch darum, ein Netzwerk kompetenter Pädagog*innen auf- und auszubauen. Am Ende hoffen wir, Best-Praxisbeispiele herausarbeiten zu können, die an die Praxis und unsere Fachschulausbildung anschlussfähig sind.


Ausgangsfragen

Mit dem Unwort "Systemsprenger" werden Kinder und Jugendliche tituliert, die Hilfesysteme heraus- und überfordern. Was sagt dies aus über die Klienten, was über die Hilfesysteme? Dass es solche Klienten gibt, die jedwede Form an professioneller Unterstützung dekonstruieren und Ohnmachtsgefühle bei den Helfenden auslösen, ist ebenso unbestritten wie die Tatsache, dass psychiatrische Kliniken und Jugendämter große Probleme haben, geeignete Hilfsangebote zu finden.

Viele Einrichtungen der stationären Jugendhilfe klagen darüber, dass immer mehr solcher "anstrengender" Klienten angefragt werden, die nicht in bestehende Gruppen zu integrieren sind und Mitarbeitende zu sehr belasten.

Damit beginnt oft ein Teufelskreis: die herausfordernden Klienten werden aufgenommen, der Stress im Team steigt, die Qualität der Betreuung nimmt ab, es kommt zu Abbrüchen und Fluktuation, was den Stresslevel weiter erhöht.


Fragen, denen wir nachgehen wollen, sind:


  1. Wie kann man im Hilfesystem Wechselwirkungen erzeugen und Unterschiede bilden, die ohne "Sprengung" zu Selbstwirksamkeitserfahrungen für alle führen?
  2. Welche Verstehensgrundlagen (fachlich und aus einer anthroposophischen Sicht) für die Klienten gibt es?
  3. Wie kann stabilisierend auf das Hilfesystem eingewirkt werden?
  4. Wie ist Beziehungsgestaltung selbstfürsorglich möglich?
  5. Welche gesellschafts- und sozialpolitischen Rahmungen sind hilfreich für die Gestaltung von Hilfesettings?

Zielgruppe

Die Fortbildung ist für pädagogische Fachkräfte der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe konzipiert.


Methoden

Wir laden Sie ein, mit den Referenten gleichsam eine Forschungswerkstatt zu gestalten, wo wir gemeinsam der Ausgangsfrage nachgehen. Dabei werden verschiedene Dozenten aus der Theorie und aus der Praxis sozialer Arbeit und aus Feldern der Kunst Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion mit den Teilnehmenden gestalten.


Referenten


Vortrag 1: Urs Kaiser
Was zeichnet sogenannte Systemsprenger aus und warum scheitern gängige pädagogische Zugänge im Kontakt mit diesen Kindern? Welche Zugänge sind stattdessen hilfreich? (Die pädagogische Perspektive)

Seminar 2: Boris Schößler, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Seminar zu Fragen aus der Praxis der KJP an der Schnittstelle zur Jugendhilfe (die klinische/psychiatrische Perspektive)

Seminar 3: Dr. Silke Kaiser
Resilienz und Resilienzförderung bei Kindern: wie können Bezugspersonen Kinder stärken? (Die präventive Sicht)

Vortrag 4: Henning Hauke
Die Kunst und ihre Mission Unterschiede in Systemen zu bilden, die einen Unterschied machen oder: Josef Beuys und sein Ansatz, Systeme zu perpetuieren (die ästhetische Perspektive)

Vortrag 5: Dr. Sabine Etzel
Inklusion – Herausforderung an unser Gesellschaftssystem mit Sprengkraft (die systemische/politische Sicht)


Workshops


a. Thorsten Bohle
Erlebnispädagogische Mittel, um gemeinsam Belastung tragen zu können.

b. Karin Kraft
Die Selbstwirksamkeit des Erwachsenen und bewusst gestaltete Selbstfürsorge als innerer Quell einer zeitgemäßen waldorfpädagogischen Heimerziehung.

c. Agnes Günter
Jugendhilfe an der Schnittstelle zur Kinder- und Jugendpsychiatrie sinnvoll gestalten. Die eigene Person ernst nehmen – Übertragungsphänomene in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Kunst Eduardo Jenaro
Entdecke den Systemsprenger in Dir – Bewegungsübungen zur Förderung der Resilienz (BauLeib Bewegungskunst)


Termine

17. bis 19. Juni 2020.
Die Fortbildung beginnt am Mittwoch um 11:00 Uhr und endet am Freitag 16:00 Uhr.

Ablaufplan

Informationsbroschüre

Veranstaltungsort

Seminar am Michaelshof. Übernachtung im Haus im Vielbettzimmer kostenlos möglich

Kursgebühr

350,00 € inklusive Pausenverpflegung und Mittagessen.

Zertifikat

Die Teilnehmenden erhalten am Ende ein von unserer Fachschule ausgestelltes Zertifikat.


Anmeldeschluss

30. Mai 2020

Anmeldung

Bei Interesse können Sie sich entweder direkt online über das Formular anmelden – oder Sie füllen das PDF aus und schicken es per Email oder Post an uns.

Downloads (PDF)

Informationsbroschüre

Anmeldung

Wir freuen uns auf die gemeinsame Bildungswerkstatt mit Euch/Ihnen.